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Biografie Rainer Maria Rilke


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Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

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Rilke wurde als René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke am 4. Dezember 1875 als Kind von Josef Rilke und Sophie Entz in Prag geboren. Der Vater war Bahnbeamter und ein unzufriedener, charakterschwacher Mensch, seine Mutter eine herrschsüchtige, reiche Fabrikantentochter. Die Ehe der Eltern war unglücklich und brach im Jahr 1884 auseinander.
Auch das Verhältnis zwischen der Mutter und dem einzigen Sohn war belastet. Sie ließ dem Jungen lange Haare wachsen und zog ihm Kleider an, weil sie den frühen Tod der älteren Tochter nicht verkraftete.
Im Jahr 1895 machte Rilke das Abitur, dass er privat ablegte. Seine Eltern wollten ihn auf eine Offizierslaufbahn vorbereiten, aber der zarte Junge war dem Drill der Militärrealschule nicht gewachsen und verließ diese nach einer Krankheit.
1897 traf Rainer Maria Rilke in München die weit gereiste Intellektuelle und Literatin Lou Andreas-Salomé (1861-1937) und verliebte sich in sie. Auch änderte er seinen Vornamen von René in Rainer, weil Lou Andreas-Salomé den Namen für einen männlichen Schriftsteller angemessener fand. Auch wenn die Beziehung zu Lou scheiterte, blieb sie sein Leben lang eine treue Freundin und wichtige Beraterin. Er zog ihr im Herbst 1897 nach Berlin nach und bezog eine Wohnung in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft.
1898 unternahm er eine mehrwöchige Reise nach Italien. In den Jahren 1899 und 1900 bereiste er Russland, wo er Lew Tolstoi kennenlernte.
Im Herbst 1900, nach der Trennung von Lou Andreas-Salomé lernte er Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker, Carl Hauptmann und auch die Bildhauerin Clara Westhoff (1878-1954) kennen. Clara Westhoff und Rainer Maria Rilke heirateten im folgenden Frühjahr. Im Dezember 1901 wurde ihre Tochter Ruth (1901-1972) geboren. Bereits ein Jahr später verließ er Frau und Kind. Die Ehe blieb zwar bestehen, aber Rilke unternahm weiterhin Reisen, auch um sein finanzielles Überleben zu sichern.
Er ging nach Paris. Auch wenn die erste Zeit für ihn schwer war, erschuf er hier einige seiner Werke, unter anderem seinen einzigen Roman „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“. Aber auch die Begegnung mit der Moderne gaben ihm zahlreiche Anregungen: Rilke setzte sich intensiv zunächst mit den Plastiken Auguste Rodins, dann mit dem Werk des Malers Paul Cézanne (1839-1906) auseinander. Mehr und mehr wurde in diesen Jahren Paris zum Hauptwohnsitz des Dichters. Die wichtigsten dichterischen Erträge der Pariser Zeit waren die Neuen Gedichte (1907), Der neuen Gedichte anderer Teil (1908), die beiden Requiem-Gedichte (1909) sowie der bereits 1904 begonnene und im Januar 1910 vollendete Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge.
Nach Erscheinen der Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge begann für Rilke eine tiefe Schaffenskrise, die erst im Februar 1922 mit dem Abschluss der bereits 1912 begonnenen Duineser Elegien endete. Dieser Gedichtzyklus verdankt seinen Namen dem Aufenthalt Rilkes auf dem Schloss Duino der Gräfin Marie von Thurn und Taxis bei Triest in der Zeit von Oktober 1911 bis Mai 1912.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges überraschte Rilke während eines Deutschlandaufenthaltes. Nach Paris konnte er nicht mehr zurückkehren; sein dort zurückgelassener Besitz wurde beschlagnahmt und versteigert. Den größten Teil der Kriegszeit verbrachte Rilke in München. Anfang 1916 wurde Rilke eingezogen und musste in Wien eine militärische Grundausbildung absolvieren. Durch Fürsprache einflussreicher Freunde wurde er zur Arbeit ins Kriegsarchiv überstellt und am 9. Juni 1916 aus dem Militärdienst entlassen. Die Zeit danach verbrachte er wieder in München. Das traumatische Erlebnis des Kriegsdienstes – als Erneuerung der in der Militärschulzeit erfahrenen Schrecken – ließ ihn als Dichter nahezu völlig verstummen.
1919 reiste Rilke in die Schweiz. Grund war der Wunsch, den Nachkriegswirren zu entkommen und die so lange unterbrochene Arbeit an den Duineser Elegien wieder aufzunehmen. Rilke suchte lange nach einer bezahlbaren Bleibe. Erst im Sommer 1921 fand er im Schlossturm von Muzot im Kanton Wallis eine endgültige Wohnstätte.
Hier entstanden innerhalb weniger Wochen Rilkes Höhepunkte. Er vollendete die Duineser Elegien und schuf beide Teile des Gedichtzyklus Sonette an Orpheus.
Ab 1923 musste er mehrere lange Sanatoriumsaufenthalte über sich ergehen lassen. Seine Gesundheit war stark beeinträchtigt. Trotzdem schuf er noch weitere Gedichte, auch in französischer Sprache. Am 29. Dezember 1926 starb der Dichter an Leukämie und wurde am 2. Januar 1927 auf dem Bergfriedhof von Raron in der Nähe seines letzten Wohnortes beigesetzt. Auf seinem Grabstein steht der selbst ausgewählte Spruch:
Rose, oh reiner Widerspruch, Lust,
Niemandes Schlaf zu sein unter soviel
Lidern.



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