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Lessing und Gottsched über Literaturkritik

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Literaturkritik Gottsched und Lessing



Literaturkritik

Gottsched:
differenziert zwischen dem Laien, der nach seinem subjektiven ungeschulten Geschmack urteilt, und dem Fachmann, der Regeln und Grundsätze erlernt hat und bei seiner Begutachtung anwendet. Laut Gottsched hat für ihn das nach Regeln geprüfte Urteil mehr Gewicht/ ist dem anderen vorzuziehen. Nur jemand, der die Regeln beherrscht, ist in der Lage, Kritik zu äußern. Entstehung der Regeln: Die Maßstäbe, die der Kritiker anlegen soll, bestehen aus Gesetzen und Regeln; diese seien aus der „unveränderten Natur der Dinge selbst“ abgeleitet. Mimesis (etw. ist nur schön, wenn es der nachgeahmten Natur entspricht, möglichst wirkungsgetreu ist), Nachahmung der Vollkommenheit der Natur. Stimmiges Verhältnis von Maß, Zahl und Gewicht. „Harmonie und Ordnung“. Die Gesetze für Gottsched sind durch „langwierige Erfahrungen“ und „vieles Nachsinnen“ entdeckt und gesichert worden. D.h. stammen aus der Antike. Etwas ist schön, wenn es der Natur möglichst ähnlich ist.

Lessing:
Sowohl ein Laie als auch ein Fachmann können Kritik aussprechen, denn ihr Urteil beruft sich in erster Linie auf die Wirkung des Werkes. Die Wirkung wahrnehmen und bekunden kann insofern jeder, der lesen kann (Bezug Literatur). Jeder Mensch kann sich ein Urteil über das Werk bilden, kann sagen, was er empfindet. Kunstrichter empfindet nicht bloß, dass ihm etwas nicht gefällt, sondern er fügt auch noch sein „denn“ hinzu. Die jeweils vorgebrachten Begründungen speisen sich aus ästhetischen Grundbegriffen und sind abgeglichen mit Wertungen anderer. Fachleute: haben mehr Wissen und Vergleiche und andere Meinungen. Können neue Sichtweisen aufzeigen. Haben somit breitere Sichtweise zur Verfügung. Könnte negativ sein, da er so Gefahr läuft, sich beeinflussen zu lassen, aber auch gut, da er so weitere Denkanstöße bekommt und ihm die Dinge aufgezeigt werden, die ihm sonst nicht aufgefallen wären. „Grundbegriffe des Vollkommenen und Schönen“: Deren Kenntnis unterscheidet den Kunstrichter vom Laien. Doch die Wertung des „Mannes von Geschmack“ hat ebenso viel innere Berechtigung wie die Wertung des Kunstrichters, auch wenn sie weniger gelehrt untermauert sein mag.
Unterschied Lessing- Gottsched

Lessing:
Kritiker soll seine Wertung aus seiner Empfindung heraus vornehmen. Sofern er sein Missfallen mit Gründen untermauert, ist er ein „Kunstrichter“. Dem Laien spricht er jedoch auch Kompetenz zu, die Wirkung wahrzunehmen und über das Werk zu urteilen, auch wenn sein Urteil nicht so gelehrt untermauert sein mag
Es ist immer noch wichtig, die Regeln zu beachten, wichtiger ist jedoch die Wirkung.
Kritiker als intellektueller Begleiter der Werke. Der Kritiker wird bei Lessing zu einem „Begleiter“, einem „Vermittler“ zwischen Text, Autor und Publikum, der nicht als Urteilsvollstrecker auftritt, sondern subjektiv Empfundenes mitteilt, was von Laien nachvollzogen werden kann; im Sinne der Aufklärung erklärt der Kritiker ihm die Wirkung, sein Urteil, macht ihn zu einem mündigen Rezepienten, macht ihn unabhängig.

Gottsched:
Spricht nur dem Fachmann zu, ein Urteil zu fällen.
Befolgung der Regeln steht im Vordergrund.
Kritiker hat die Aufgabe, darüber zu wachen, dass überlieferte Normen künstlerisches Schönheit beachtet und gewahrt bleiben. Rolle des Überwachers, Richters.



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