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Zusammenfassung des Buches Medea.

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Zusammenfassung Medea


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Medea – Porträt einer ungewöhnlichen Frau

Medea ist die Tochter des Königs von Kolchis und die Hauptperson der Romans. Zu ihrer Mutter, die ihr schon in frühen Jahren die Kunst des Handlesens beibrachte und die Fähigkeit mit den Händen zu heilen (vgl. S. 13), hat sie eine enge Beziehung. Medeas Mutter ist das einzige Familienmitglied, das von ihrer Flucht aus Kolchis weiß (vgl. S. 34). Als junges Mädchen war sie Priesterin der Hekate (Vgl. S. 90), in deren Tempel sich die mit dem König Aietes unzufriedenen trafen. Medea ist eine Anhängerin der alten matriarchalischen Verhältnisse und ahnt den nahenden Untergang Kolchis’ (Vgl. S. 90). Sie kann nicht verhindern, dass ihr Vater seinen Sohn zur Machterhaltung opfert, nachdem sie als „Systemkritikerin“ von ihm entlarvt wurde (Vgl. S. 90). Medea fühlt sich schuldig, weil sie sich nicht gegen ihres Vaters Gewalt gewehrt hat und denkt, dass ihre Mutter sie deswegen verurteilt (Vgl. S. 14). Medea hilft Jason das goldene Vlies zu erlangen unter der Bedingung sie aus Kolchis mitzunehmen. Dieses Verhalten wird von den Bewohnern ihrer Heimat als Verrat ausgelegt und belastet sie noch immer (Vgl. S. 26).
Medea war bereits als Kind frei und gleichberechtigt (Vgl. S. 53). Dies ist wahrscheinlich mit ein Grund für ihre Selbstbewusstheit und Selbstsicherheit. Durch ihre Fähigkeit die Dinge „nüchtern“ (S. 46) zu betrachten verunsichert und verwirrt sie die Männer Korinths, da sie solch ein Verhalten nicht gewohnt sind. Für Medea ist es folglich auch eine neues Gefühl unter dm Schutze eines Mannes zu stehen. (Vgl. S. 97).
Wichtig zu erwähnen ist, dass sie mit Jason aus Kolchis flieht, nicht wegen ihm. Medea verliebt sich erst später in ihn. Sein Einfühlungsvermögen (gl. S. 26), aber auch ihre Verbundenheit zum Heilen (Vgl. S. 102) sowie sein gutes Aussehen spielen dabei eine Rolle (Vgl. S. 102).
Als Medea erfährt, dass die Männer zum großen Teil brauchen, um die Schuld von sich nehmen zu lassen, will sie bei Kirke und den Frauen bleiben. Kirke rät ihr jedoch diese Erfahrungen erst selber zu machen. Deswegen bleibt Medea bei Jason (Vgl. S. 100).
Medea heiratet Jason schließlich um nicht der Stadt verwiesen zu werden (Vgl. S. 102). Sie legt ihren Rang ab und gibt sich ohne Rückhalt Jason hin. Dies führt zu einer Bindung Medeas an Jason (Vgl. S. 102) Medea bekommt Zwillinge und lebt bis zu ihrer Ausweisung aus dem Palast König Kreons mit Jason zusammen. Nach der Trennung schläft Medea aus alter Verbundenheit immer noch mit Jason, der sich der Kronprinzessin Glauke zuwendet. Sie ist immer noch die einzige, die ihn befriedigen kann (Vgl. S. 27) und auch Jason weiß ihrem Körper „zu antworten [...] wie kein Mann sonst“ (S. 26). Obwohl Medea Jason nicht mehr liebt, tut es ihr „immer noch weh“, dass Jason sich nicht an Intimitäten erinnern kann (Vgl. S. 25). Dennoch ist Medea nicht eifersüchtig auf Glauke und es stört sie auch nicht, dass Jason Medea „mit seinen anderen Frauen verwechselt“ (S. 24), denn sie hat selbst eine Affäre mit dem Bildhauer Oistros. Da auch er ein Außenseiter in Korinth ist, fühlt sich Medea bei ihm verstanden und geborgen und Oistros entdeckt eine „neue Lust am Leben“ in Medea (S. 150).

In Korinth sowie in Kolchis nimmt Medea auf Grund ihrer Fähigkeiten eine Sonderstellung ein. In beiden Städten hat sie eine Verbindung zu den Machthabern. In Kolchis hatte sie auf Grund ihrer Verwandtschaft zum König eine Beziehung zur politischen Elite und in Korinth genießt sie als prominente Asylantin (Vgl. S. 109) einen privilegierten Gesprächskontakt zu Akamas. Medea fällt im Gastland durch ihre dunkle Hautfarbe und ihrem braunen „Wollhaar“ (S. 17) auf. Auch benimmt sie sich selbstbewusst und stolz (Vgl. S. 19 u.a.) und versteht es dadurch „Aufmerksamkeit zu erregen und Respekt einzufordern“ (S. 17)

Auch in Korinth ist Medea jederzeit bereit ihre Heilkräfte selbstlos einzubringen. Viele Bewohner Korinths konsultieren lieber Medea als ihren eigenen Arzt aus der Schule des Akamas, weil ihre Hochachtung Medea gebührt (Vgl. S. 61). Medea ist stolz auf ihre Gabe und geht selbstbewusst mit dem Zeichen der Heilerin bekleidet durch Korinth. Auch kritisiert Medea die einheimischen Ärzte (Vgl. S. 61). Obwohl ihr kaum Dankbarkeit entgegen gebracht wird, hilft sie den Korinthern weiter. Nachdem Medea Jason von seiner vorrübergehenden Impotenz befreit hat, weiß sie, dass diese Tat folgen haben würde, denn sie weiß, dass „die Frau dafür zahlen [muss], wenn sie in Korinth einen Mann schwach sieht“ (Vgl. S. 27). Ein weiteres Beispiel für dieses Zitat lässt sich finden, als sie Turon nasch dessen Entmannung das Leben gerettet hat. Dieser defamiert sie danach als Anführerin der Bande, die ihn verstümmelt hat, gewesen zu sein. Medea „setzt (...) auf die Stärken der Menschen“ (S.76)Auch Glauke versucht sie durch Aufbauen ihres Selbstvertrauens zu heilen. Anders als die Korinther ist Medea nicht in der Lage zu lügen.(Vgl. S. 101). Deswegen leugnet sie nicht, das Geheimnis Korinths zu kennen, nämlich, dass Korinth auf einem Menschenopfer gegründet ist. Konsequenzen zieht sie jedoch aus ihrem erlangten Wissen nicht, fragt sich jedoch, warum sie aus Korinth geflohen ist. (Vgl. S. 96)
Medeas Einschätzung der Korinther ist jedoch falsch. Sie glaubt an die Menschen und bemerkt nicht, dass sie die Menschen durch ihre selbstlose Hilfe nur noch mehr gegen sich aufbringt. Die Tatsache, dass sie ohne Eigeninteresse heilt, wird besonders kritisch betrachtet. „Die Geheilten verzeihen Medea nicht, dass sie ihr dankbar sein müssen“ (S. 6) Als Medea die Stadt vor einer Hungersnot rettet, indem sie den Korinthern beibringt, Kräuter und Pferdefleisch zu essen, wird behauptet, Medea habe sie durch Zauberei gerettet. „Die Leute wollen sich lieber für verhext halten, als sich selbst zu glauben, dass sie Unkraut fraßen und die Eingeweide unberührbarer Tiere verschlangen, aus gewöhnlichem Hunger“ (S. 45).
Medeas stolzes Selbstbewusstsein wird von den Korinthern als herausfordernd empfunden. Medea will die allmählich daraus wachsende Gefahr nicht sehen. All ihre Handlungen werden als Kritik am Palast aufgefasst und beschleunigen ihren Untergang noch weiter. Ihr Untergang wird schließlich dadurch besiegelt, dass sie die Einladung zum Fest der Artemis annimmt. Sie selbst sieht ihr Kommen als Versöhnungsangebot, doch stattdessen kommt es zur Katastrophe. Angewidert durch die verschiedenen Zeremonienakte, flieht Medea und trifft auf Kolcherinnen, die das Demeterfest feiern. Hier erlebt Medea, dass auch Kolcherinnen in ihrem religiösen Wahn zu Verbrechen fähig sind. Selbst Leukon wirft ihr vor, die Korinther überfordert zu haben und daher zu ihrem Verhalten veranlasst zu haben. (Vgl. S. 107) Schließlich wird Medea aus der Stadt getrieben, wie die Austreibung eines „Sündenbocks“ (S. 206) wird das von Leukon empfunden. Medea wird zwar als „hochmütig“ (S. 60), „wild“ (S. 54) und „böse“ (S. 52) bezeichnet, doch sind dies nur Verleumdungen. Bei Christa Wolf ist Medea „die guten Rat wissende“ (S. 55). Erst als sie nach Jahren der Verbannung erfährt, dass ihre beiden Söhne gesteinigt worden sind, verflucht sie ihre Feinde Akamas, Kreon, Agameda und Presbon (Vgl. S. 218). Nachdem Medea ihren Glauben an die Götter bereits nach der Ermordung ihres Bruders Absyrtos verloren hatte (Vgl. S. 95), sieht sie sich nun in ihrem Abfall vom Glauben bestätigt.



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