79 Einträge vorhanden


Kommentar des Autors:Statistik:

Kurzinterpretation aus der gymnasialen Oberstufe.

Bewertung:2.98
Abgegebene Stimmen:44

Der Beitrag wurde 52131 mal aufgerufen.
Beitrag bewerten | Beitrag dem Admin melden


Interpretation von Bertold Brecht Die Liebenden


 Datei-Anhang öffnen

Interpretation des Gedichtes Die Liebenden von
Bertold Brecht

Das Gedicht ist eine Aufforderung, den Flug einiger Kraniche zu beobachten. Das am Anfang aufgezeigte
von Harmonie geprägte Zusammensein zweier Verliebter, Symbolisiert durch Kranich und Wolke, wird
vom Dichter nach und nach in Frage gestellt: Herkunft und Ziel der Liebenden liegen im Unklaren, die
Beständigkeit ihrer Liebe wird angezweifelt.
Das Gedicht besteht aus 23 Versen. Das Metrum ist ein weitgehend regelmäßiger fünfhebiger Jambus. Das
Reimschema ist ababcbcdc. Die Kadenzen sind alle weiblich.
In der ersten Zeile verwendet der Dichter das Wort “Sieh”. Er spricht den Leser dadurch direkt an und
fordert ihn auf, seinen Ausführungen zu folgen. Außerdem gibt er dem Leser das Gefühl, die folgende
Handlung ist alltäglich und ihr Gehalt nicht nur den Gebildeten geöffnet.
Nach den ersten Zeilen wechselt die Beschreibung des Himmels in die Beschreibung der Herkunft der
“Kraniche”, was der Dichter mit einem Wechsel vom Präsens ins Präteritum unterstreicht.
Das Wort “entflogen” am Ende des vierten Verses ist gleichzusetzen mit “Entfliehen” und zeigt, dass die
Herkunft sehr negativ ist.
Der Satz “aus einem Leben in ein anderes Leben” verstärkt diesen Eindruck des “Ausbrechenwollens” aus
dem gewohnten, negativen Umfeld.
Das in Vers acht verwendete Adverb “kurz” und die darauffolgenden Wörter “keines länger” deuten schon
auf einen kommenden “Bruch” der Harmonie der vorangegangenen Verse hin. Dieser wird jedoch durch die
folgenden positiven Wörter “wiegen”, “spüren ” und “beieinander liegen” hinausgezögert.
Die Zeilen Zehn bis zwölf “und keines anders sehe als das Wiegen/Des andern in dem Wind, den beide
spüren/Die jetzt im Fluge beieinander liegen” zeigen, dass den Verliebten in dem Moment in dem sie
alleine sind alles andere egal ist. Der Dichter schildert die durchaus positiven Gefühle der beiden.
Die Wörter ”Nichts”, “entführen” (Vers 13) und “vergehen” (Vers 14) verstärken den Drift ins Negative.
Durch das Wort “Nichts” wird ebenso wie die Herkunft das Ziel der Liebenden verschleiert. Diese
Unbestimmtheit lässt den Leser wiederum auf ein ebenfalls negatives Umfeld schließen.
Das “so lange” in der fünfzehnten und sechzehnten Zeile deutet auf den baldigen Zerfall der Liebe.
Der Satz “so lange kann man sie von jedem Ort vertreiben/Wo Regen drohen oder Schüsse hallen” zeigt
noch einmal den harmonischen Zustand des Beisammenseins auf, der aber kurz darauf durch das Wort
“verfallen” (Zeile 21) ganz zu nichte gemacht wird.
In Zeile 18 wechselt der fünfhebige Jambus zu einem Sechshebigen. Der Wechsel der Stimmung des
Gedichtes schlägt s ich auch in seine r äußeren Form nieder.
Das Gespräch des Dichters mit Wolke und Kranich wirkt durch die vielen Wortauslassungen abgehackt.
Diese Eile verdeutlicht die zeitliche Begrenzung des Liebesglücks der Wolke und des Kranichs.
Die direkte Ansprache in Vers einundzwanzig “ihr fragt” bildet mit dem “sieh” der ersten Zeile einen
Rahmen. Der Dichter kommt auf seine Ursprüngliche Forderung, den Kranichen zuzusehen zurück. Doch
er geht noch weiter, er verlangt vom Leser sich mit dem Schicksal der beiden Liebenden
auseinanderzusetzen und zeigt offen auf, dass das Liebesglück nicht ewig hält, sonder einer kurzen
zeitlichen Begrenzung unterliegt: “und wann werden sie sich trennen? - Bald.”
Der Dichter zweifelt an der Fähigkeit der Liebe ein “Halt” zu sein, in dem er in Vers dreiundzwanzig das
Verb “scheinen” verwendet. Die Liebe ist ihm kein Trost, sie ist ihm zu unsicher.
Während der Beschreibung des Zusammenseins der beiden Liebenden, gerät der Leser mit ihnen in eine
Traumwelt. Zurückgeholt wird er durch den jähen Bruch von Harmonie und Bedrohung und durch den
deutlichen Hinweis auf den nur kurzen Zeitraum, den Glück und Liebe währen. Die Liebenden jedoch
verharren in ihrer sorglosen, vergessen lassenden Stimmung. Sie genießen den Zustand der völligen
Hingabe und möchten nicht zurück in ihre Wirklichkeit
Der Dichter schildert somit den “Ausbruchsversuch” zweier Menschen aus ihrer Umgebung. Das es ihnen
in der Realität nicht gelingt, geben sie sich Ihrer Phantasien hin.



Impressum  |  Rechtshinweise  |  Sitemap  |  Kontakt  


Interessanter Blog | Suchmaschine f�r kostenlose Hausaufgaben! | sangrio Webkatalog

Impressum:
Nils Haldenwang
Lange Stra�e 15-17
49080 Osnabr�ck
Email: webmaster@easy-schoolwork.de